Deep Water Soloing: Die besten Spots in Europa

[quote_colored name=”” icon_quote=”no”] Nur du und der Fels. Kein Gurt, kein Seil. Kein Sicherungspartner. Dafür 10 Meter Höhe. Deine Muskeln brennen. Deine Finger zittern bereits. Und dann verlierst du den Halt, rutschst ab und fällst – auf eine überdimensionale Bouldermatte: Ins tiefe Wasser. [/quote_colored]

Willkommen beim Deep Water Soloing (DWS), das Free-Solo-Klettern über tiefem Wasser (manchmal See, meistens Meer oder bei einem Wettkampf gerne auch mal ein künstliches Wasserbecken). Auch Psycho Bouldering oder Psicobloc genannt. Zu Recht, denn die Nerven spielen bei Klippen mit bis zu 25 Metern Höhe eine nicht ganz unwichtige Rolle.

Deep Water Soloing wird schon seit Ende der 70er praktiziert, aber spätestens seit Chris Sharmas legendärer Aktion ist Deep Water Soloing in aller Munde: Im Sommer 2006 gelang ihm eines der wohl weltweit schwersten Deep Water Solos, die Begehung von „Es Pontas“ an einem Felsbogen im Süden Mallorcas. An der als 9a+ geschätzten Route haben sich seitdem zahlreiche namhafte Kletterer versucht – vergeblich.

Einen kleinen Eindruck davon gibt’s hier:

Wie gefährlich ist Deep Water Soloing?

Deep Water Soloing ist – entgegen vieler Annahmen – nicht ganz ungefährlich, und was im ersten Moment vielleicht einfach klingt, ist jedoch nichts für absolute Boulder-Anfänger. Die ersten Boulder im Bereich Fb6c (UIAA 7/7+) sollte man bereits gewuppt haben, bevor man sich ans DWS wagt, sonst kann es schnell ungemütlich werden.

Und auch erfahrene Boulderer sollten Deep Water Soloing keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, die kann man sich nämlich auch schnell mal auskugeln. Eine große Gefahr ist das Touchieren der Wand im Falle eines unerwarteten Sturzes. Klar ist: Desto überhängender die Wand, desto geringer diese Gefahr. Je überhängender jedoch die Wand, desto höher – meistens – auch der Schwierigkeitsgrad. Und bei unkontrollierten Stürzen erhöht sich die Gefahr, ungünstig auf der Wasseroberfläche aufzuprallen. Die ist dann auf einmal gar nicht mehr so weich… Zudem besteht die Gefahr, sich an (auf den ersten Blick nicht sichtbaren) Felsen unter Wasser ernsthaft zu verletzen oder gar zu ertrinken, weil die Strömung falsch eingeschätzt wurde.

Wer jedoch mit der nötigen Umsicht (die man beim Klettern sowieso immer im Gepäck haben sollte) an die Sache ran geht, sein Können realistisch einschätzt und sich entsprechend vorbereitet, der wird beim Deep Water Soloing eine Menge Spaß haben.

Deep Water Soloing in Europa

Genug erhobener Zeigefinger. Wo geht’s denn jetzt zu den besten Spots in Europa?

Mallorca
Als europäisches Mekka für Deep Water Soloing gilt zu Recht Mallorca. Die Balearen-Insel bietet unzählige Spots, da dürfte für jeden Anspruch und jedes Level einer dabei sein. Im Süden gibt es neben dem bereits genannten „Es Pontas“ zahlreiche weitere Felsenhöhlen, die jedoch nur erfahrenen Kletterern zu empfehlen sind.
Der Osten Mallorcas wartet mit Porto Christo und seinen extrem überhängenden Felsen und hohen Klippen ebenfalls auf erfahrene Kletterer, aber auch für Neulinge findet sich die ein oder andere Route im 6/7er Bereich.
Etwas südlich liegen die Gebiete Cala Barques und Cala Mitjana, ebenfalls tolle Deep Water Soloing Spots.
Im Nordwesten hingegen (ca 70 Kilometer entfernt von Palma) liegt die Bucht von Sa Calobra, hier sollte man auf jeden Fall ein Boot mitnehmen.

Mehr Infos: 
www.dwsworld.com | www.rockfax.com

 

Auch wenn Mallorca seine Krone als europäisches DWS-Hauptquartier zu Recht trägt – auch andere Mütter haben schöne Töchter:

Kroatien
In Kroatien lassen sich Kletter- und Badeurlaub wunderbar verbinden und vor allem Istrien bietet eine ganze Menge wunderschöner Spots. So zum Beispiel in der Umgebung von Rovinj, hier warten einige Bouldermöglichkeiten in allen Graden, weitere schöne Spots befinden sich auf der Westseite der Insel Sv. Katarina .
Weiter südlich, bei Pula, stößt man auf die „Galebove Stijene“ („Taubenhöhle“), eine Grotte an der Küste, mit einem tollen Quergang durch eine Höhle (Stirnlampe einpacken) und auch einigen bereits definierten Routen. Aber auch sonst bieten die Felsen südwestlich des Hafenbeckens fantastische Möglichkeiten, um sich auszutoben.
Das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak liegt an der südlichsten Spitze der istrischen Halbinsel und bietet nicht nur zwei große Bouldergrotten, sondern ist auch sonst einen Besuch wert.
Und auch die Gegend rund um Split bietet schöne Psicobloc-Gelegenheiten.

 

Deutschland
Ja, auch in Deutschland lässt es sich prima über dem Wasser klettern. Zwar sind die Spots vielleicht nicht ganz so spektakulär (auch darüber lässt sich streiten), bieten aber einen unschlagbaren Vorteil: Einen kurzen Anfahrtsweg.

Versucht euch also mal am Paradies- oder Kochelsee in Bayern oder in den Steinbrüchen von Löbejün bei Halle. Von letzteren gibt’s hier einen ersten Eindruck:

England
Auch die britische Insel bietet einige Felsen, die das Herz eines jeden Psicobloc-Fans höher schlagen lassen. So zum Beispiel Berry Head in der Grafschaft Devon, Barrel Zawn bei Pembroke in Südwales oder Lulworth Cove und Cave Hole in der Grafschaft Dorset – alle im Südwesten Englands.

Weitere tolle Deep Water Soloing Spots in Europa gibt es zudem auf Malta, an der Côte d’Azur in Frankreich (Cap d’Antibes, Coco Beach, Point de l’Aiguille) oder auf Sardinien (Italien).

Tipps für’s Deep Water Soloing

Abschließend noch ein paar Tipps für sicheres Deep Water Soloing:

  • Niemals alleine zum Deep Water Soloing gehen.
  • An jedem neuen Spot unbedingt die Bedingungen prüfen (Felsbeschaffenheit? Bei Höhlen: Zustieg? Felsen unter Wasser? Ausstieg aus dem Wasser? Wie sieht’s mit der Strömung aus? ) und am Besten einen mit dem Spot vertrauten Kletterer dabei haben oder zumindest befragen: Wie sind die Bedingungen? Was sind die Besonderheiten und Risiken des Spots?
  • Das Fallen ins Wasser, vor allem aus größerer Höhe, will gelernt sein. Im Idealfall taucht man kerzengerade ins Wasser ein. Auf jeden Fall zu Beginn ein paar geplante Stürze aus verschiedenen Höhen absolvieren und sich damit vertraut machen.
  • Ein Chalkbag aus Fleece oder Baumwolle macht wenig Sinn… genauso wenig, wie nur einen einzigen im Gepäck zu haben. Wird der Chalk nass, ist er nicht mehr zu gebrauchen, also unbedingt genügend trockene Reserve einpacken.
  • Mehrere Kletterschuhe können auch nicht schaden.
  • Evtl. eine Taucherbrille, um das Gebiet vorher ggf. auszutauchen.
  • An manchen Spots kann es sinnvoll sein, ein Seil am Ufer oder an der Steilküste zu befestigen, um bei Problemen schneller und sicher aus dem Wasser zu kommen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim DWS und freuen uns natürlich immer über Kommentare, neue Spots oder postet eure Bilder auf Facebook. Haut rein! 🙂

 

Bouldern im Odenwald

Felsenmeer im Odenwald

Der Odenwald ist das Kletter- und Bouldermekka für alle Outdoor Sportler in der Metropolregion Rhein-Main. Der Odenwald erstreckt sich von Heidelberg im Süden bis  Darmstadt im Norden. [quote_colored name=”” icon_quote=”no”]Bis vor ein paar Jahren war das Bouldern im Odenwald ein Tipp für Insider und die Spots noch relativ geheim. In der Zwischenzeit ist aber auch im Odenwald eine richtige Boulderszene entstanden  mit vielen bekannten Spots indem immer mehr Routen erschlossen werden.[/quote_colored]

Je nach Gusto hat man im Odenwald die Qual der Wahl zwischen Sandstein im Süden und hartem Granit im nördlicheren Teil.
Zu den bekanntesten Boulderspots im Odenwald zählen:

Felsenmeer

Das Felsenmeer zählt sicherlich zu den Highlights für Boulderer im Odenwald. In Summe stehen Boulderern im  Felsenmeer knapp 180 Routen in den Schwierigkeitsgraden zwischen 2a bis 7c+. zur Verfügungen. Der Großteil der Routen liegt im mittleren Schwierigkeitsbereich aber auch für Cracks und Einsteiger gibt es einen interessante Routenauswahl. Zu den bekanntesten Blöcken dürfte der Bremsklotz zählen.

Das Felsenmeer ist relativ bekannt bei Boulderern, aber auch bei Kletterern und Wanderern – richtig einsame Spots findet man hier nur relativ selten.

Die Blöcke bestehen aus Melaquarzdiorit, ein Hartgestein das Granit sehr ähnlich ist. Dadurch sind die Felsblöcke sehr scharfkantig und es empfiehlt sich ausreichend Tape mitzunehmen.

Frankenstein

Der Frankenstein ist ein kleines aber feines Bouldergebiet direkt vor den Toren von Darmstadt. In Summe stehen am Frankenstein rund 30 Routen zur Verfügung die eine relativ breite Schwierigkeitsrange zwischen 3a bis 7b+ abdecken.

Verfehlen kann man das Bouldergebiet kaum – man folgt einfach den Beschilderungen zur Burg Frankenstein – direkt an der östlichen Burgmauer befinden sich die ersten zwei Felsen, nämlich die Burgfelsen. Durch die vorhandenen Schwierigkeitsbereiche sind die Blöcke sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschritten genau richtig.

Durch die Lage und die kurzen Routen ist der Spot auch ideal geeignet für die eine oder andere Feierabendrunde. Kurze Anfahrt, kurzer Zustieg und nette Routen laden dazu ein.
Hohenstein

Der Hohenstein Boulderspot im Lautertal eignet sich insbesondere für Familien und Einsteiger. In Summe stehen hier rund vier Blöcke zum Bouldern zur Verfügung. Die Routenauswahl ist zwar mit knapp 15 Routen durchaus überschaubar dennoch lohnt der Hohenstein für einen Besuch. Bei der Parkplatz Wahl sollte man die Augen offen halten und nur auf ausgewiesenen Parkplätzen parken. Gebouldert und geklettert wird hier an Quarzitgestein.

Lützelbach

Im Gebiet  Lützelbach gibt es Routen in fast allen Schwierigkeitsbereichen. Bis zu den harten Graden 8a+ können sich hier die Boulderer austoben. Insgesamt 10 Blöcke mit knapp 40 Routen stehen in Lützelbach zur Verfügung. Die meisten Boulderprobleme finden sich im mittleren Schwierigkeitsbereich wieder.
Riesenstein

Das Bouldergebiet Riesenstein liegt direkt am Heidelberger Schloss im südlicheren Teil des Odenwaldes. Auch hier laden vor allem ein kurzer Zustieg zum Klettern und Bouldern nach Feierabend ein. Das Gebiet ist ein kombiniertes Gebiet indem sowohl Kletterenthusiasten als auch Boulderlieberhaber die passende Herausforderung haben. Die Routen hier sind primär etwas für fortgeschrittene Boulderer da die Routen durchaus überhängen und herausfordernd sind.  Gebouldert wir hier an Sandstein, die Blöcke haben eine maximale Höhe von 8m.

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen hat man auch genügend Ausweichquartiere in Form von Kletter- und Boulderhallen in der Region. In Darmstadt findet man im DAV Kletterzentrum oder im Studio Bloc die passenden Herausforderungen bei schlechtem Wetter, etwas weiter im Süden wartet das Hardmoves in Bensheim für Boulder- und Kletterfans und schließlich in Heidelberg das Boulderhaus.

Als Boulderführer eignet sich primär der  Führer Odenwald en Bloc der aktuell aber vergriffen ist. Ansonsten kann man sich mit dem Odenwald Kletterführer zumindest halbwegs zurecht finden.

Bouldern an der Ardèche

Bouldern Ardeche

Frankreich hat bouldertechnisch einiges zu bieten – nicht nur das weltbekannte Bouldergebiet Fotainbleau befindet sich hier, sondern auch viele andere attraktive Gebiete mit jeder Menge spannender Blocs gibt es in Frankreich. Von den Alpen bis hin zum Mittelmeer gibt es immer wieder kleine, aber feine Bouldergebiete die durchaus zu einem Stop einladen, auch das Bouldern an der Ardeche hat durchaus Potential.

Die Blocs an der Ardèche zählen sicherlich zu einem der Gebiete das viel Potential hat. Die Region Ardèche ist vor allem bekannt für ihre Schluchten allen voran der Gorges d’Ardeche mit der berühmten Pont du Arc. Die Region im Süden von Frankreich hat aber nicht nur landschaftlich einige Tophighlights zu bieten, sondern hat aufgrund ihre Lage in Südfrankreich (nur rund 2h Autofahrt vom Mittelmeer entfernt) auch ein sehr mildes mediterranes Klima was eine relativ lange Bouldersaison ermöglicht (vom Frühling bis tief in den Herbst kann hier an den Blöcken gebouldert werden). Begünstigt wird dieser Faktor weiter von geringer Höhe der Boulder – viele liegen auf einem Niveau von 150-300m.

Für Abwechslung sorgt, dass viele der Boulderspots sich in der unmittelbaren Nähe eines Flusses befinden und man so Wasserspaß und Spaß an den Blocs ideal miteinander verbinden kann – vor allem zu empfehlen für Einsteiger und für Familien bei den ggf. nicht alle die Boulderleidenschaft teilen.

Vor allem drei Gebiete in der Ardeche sind zum Bouldern geeignet und werden auch in Führern beschrieben.

  • Blocs VVF: Das südlichste der Bouldergebiet, welches auch am nächsten zu Schlucht an der Ardeche liegt. Das gibt liegt nahe bei Casteljau in der Nähe von Les Vans. Hier gibt es sowohl die Möglichkeiten zum Bouldern wie auch zum Klettern. Insgesamt stehen stehen mehrere Sektoren mit einen großen Auswahl an Routen und verschiedenen Blocs zur Verfügung. Sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrtittene Boulderer gibt es hier passenden Routen.
  • Bourdary: Bei Lavilledieu liegt das Bouldergebiet Bourdary, Insgesamt stehen hier 10 Zirkel zum Bouldern bereit. Von einfachen Bouldern bis hinzu zu schwierigeren Problemen kann man sich hier je nach gusto die passenden Routen aussuchen.
  • Bois Laville: Der nördlichste der Spots liegt bei Privas. Im Bouldergebiet kann an drei Sektoren (Secteur Nord, Secteur Arboretum und am Secteur Mur) gbouldert werden. Alle Routen sind mit wenigen Metern Fußmarsch zu erreichen.

Geeignete Topos zum Bouldern an der Ardèche esind bspw. im Kletterführer für die Region der FFME zu finden der an den größeren Touristeninformationen für 28 Euro gekauft werden kann. Zwar ist der Führer in französisch aber mit ein paar kleineren Schulkenntnissen kann man sich durchaus auch in dieser fremden Sprache im Führer zu recht finden. Neben den Skizzen zur Anfahrt sind hier auch die einzelnen Boulder mit ihren Schwierigkeiten für das jeweilige Gebiet gekennzeichnet.