Welches Kletterseil ist das richtige? Ratgeber Kletterseile

 

Dynamische Kletterseile

Die andere Kategorie, die der dynamischen Kletterseile, weisen eine statische Dehnung von maximal 8 % auf.

Einfluss auf die Ermittlung der dynamischen Dehnung nehmen die Werte der statischen Dehnung und die Anzahl der sogenannten Fangstöße. Eine dynamische Dehnung von 27% bis 34% spricht für ein ausgewogenes Verhältnis von Dehnung und Fangstoß, wobei dieser Wert keinesfalls 40% beim ersten Normsturz übersteigen darf. Die Dehnung im ersten Normsturz und die dynamische Dehnung bezeichnen den identischen Wert.

Die dynamischen Kletterseile werden in drei Kategorien, die der Zwillingsseile, der Halbseile und der Einfachseile gegliedert:

Zwillingsseile – wenn das Gewicht zählt

Zwillingsseile besitzen einen Durchmesser von 6,9 bis 8 mm, ein Gewicht von 40 g/m, eine maximale Dehnung 10% und einen Fangstoß von 12 kn, welcher im Prüfverfahren immer im Doppelstrang getestet wird. Zwillingsseile müssen, um den Sicherheitsvorkehrungen zu entsprechen, im Doppelstrang belastet werden. Die Gefahr der Beschädigung von Zwillingsseilen an Steinkanten ist von den drei dynamischen Seilarten die, welche am geringsten ist. Ebenso niedrig fällt das Risiko aus, bei einem Steinschlag oder einem Scharfkantensturz einen Totalschaden am Seil zu verzeichnen. In schwierigen Gebieten weisen Zwillingsseile die höhere Sicherheit auf. Bevorzugt werden Zwillingsseile gegenüber den Halbseilen, weil die effektive Reichweite des Seilstranges sich nicht um angebrachte Zwischensicherungen legt.

Halbseile für Halbseil-Technik oder Zwillingsseil-Technik

Halbseile besitzen einen Durchmesser von 7.5 bis 9 mm, wiegen 40 bis 50 g/m, besitzen eine maximale Dehnung in Höhe von 12% und einen Fangstoß von 8 kn, wobei das Prüfverfahren im Einzelstrang vorgeschrieben ist. Halbseile müssen, um den Sicherheitsvorkehrungen zu entsprechen, im Doppelstrang gelegt werden. Halbseile sind konzipiert wie Zwillingsseile. Im Gegensatz zu Zwillingsseilen können Halbseile im Nachstieg auch im Einzelstrang belastet werden. Damit weisen sie die niedrigere Abnutzung auf. An Zwischensicherungen sind Halbseile jedoch, da sie doppelt gelegt werden müssen, stets ein Risiko. Zu schnell können sie sich um die in der Felswand angebrachten Stiegen wickeln, oder sich verhaken. Da die Halbseile durch die Möglichkeit des Nachlasses unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sind, gelten diese im Gegensatz zu Zwillingsseilen als schneller abnutzbar.

Einfachseile der Allrounder

Einfachseile besitzen einen Durchmesser von 8,6 bis 10,5 mm, wiegen 51 bis 69 g/m und haben eine maximale Dehnung von 10 %. Der Fangstoß beläuft sich auf 12 kn. Das Einfachseil eignet sich praktisch für jedes Gelände, von Profis wird es jedoch meist aus Sicherheitsgründen dennoch doppelt gelegt. Der Nachteil beim Einfachseil liegt für Klettersportler in der höheren Gewichtsbelastung, die ich bei langen Touren durchaus bemerkbar machen kann. Dennoch werden Einfachseile häufig bei Gebirgstouren angewendet, wenn auch meist doppelt gelegt, weil sie sich für kurze Abstände eine bessere Handhabung bieten als Doppelseile.

Damit ihr auch lange von eurem Kletterseil etwas habt haben wir für euch eine Pflegeanleitung zusammengestellt.

Statische Kletterseile

Kletterseile lassen sich in vier unterschiedliche Kategorien gliedern. Dabei ist die Kategorie der statischen Seile etwas differenziert zu betrachten, denn sie sind als Kletterseil für längere Touren ungeeignet. Diese statischen Seile erreichen mit der niedrigen Gebrauchsdehnungsquote von 5 % nicht die Mindestwerte der hohen Sicherheitsbedingungen der EN 892.
Statische Kletterseile werden jedoch für Kletteranfänger empfohlen, weil sie mit einer Durchmesserbreite von 10 mm nicht so sehr Handgelenke, Hände und Kraft strapazieren. Statische Kletterseile sind nicht, wie der Name vermuten lässt, dehnungsunfähig. Mit einem statischen Dehnungsfaktor von maximal 5 % bei 80 kg Belastungsgewicht können sie jedoch nicht gewährleisten, dass Stürze, wenn sie denn vorkommen, genügend rückenschonend abgefedert werden und das Körpergewicht halten. Statische Seile werden daher seitens professioneller alpiner Sportkletterer nur zur Absichern von Wegen im bewanderten Gebirgsgelände eingesetzt.

Sicherheitsnormen

Outdoor-Kletterseile sind den Sicherheitsanforderungen der EN 892 für dynamische Bergseile unterworfen. Dieses Prüfsiegel der Europanorm 892 löste die alten DIN Norm-Regelungen ab.

Ebenfalls ein wichtiges Prüfkriterium ist das der UIAA. Dabei handelt es sich um eine internationale Vereinigung Alpiner Verbände. Seit mehreren Jahrzehnten werden seitens dieser Vereinigung UIAA industrielle Standards für Bergsteigerprodukte aufgestellt.

Dass der Hersteller mit Gerätschaften und Personalbedingungen den gesetzlichen Standards entspricht, das bezeugt das Prüfsiegel der aktuell gültigen Deutschen Industrie Norm (DIN)

Kletterseile mit diesen drei Prüfsiegeln erfüllen demnach hohe Qualitätsanforderungen, die von Experten mit entsprechenden theoretischen und fachlichen Bedingungen vertraut sind, erstellt wurden.

Prüfmethoden

Die Prüfmethode der EN 892 beinhaltet maschinelle Leistungstests, die sich auf Dehnbarkeit und Dynamik des Kletterseils beziehen. Der Durchmesser und das Metergewicht dürften dabei eher eine zweitrangige Rolle spielen und lediglich für professionelle Bergsteiger, die lange Touren mit schwerem Gepäck bei unterschiedlichen Wetterbedingungen bewerkstelligen möchten, infrage kommen.

Maschinell geprüft wird auch die Mantelverschiebung der Seile. Diese Parametergröße von maximal 20 mm der axialen Verschiebung des Mantels zur inneren Mitte des Seils, auch Kern genannt, ist bereits bei neueren Seilen auf die angestrebte Verschiebung von 0 mm, also keine, angelangt.

Bei allen Kletterseilen, ob statisch oder dynamisch, muss sorgsam auf die richtige Pflege und Aufbewahrung geachtet werden, da sie sonst die Sicherheit gefährden. Je nach Wetterbedingungen und anderen Belastungssituationen müssen die Kletterseile auch mehr oder weniger schnell für die nächste Tour ausgetauscht werden. Sonne, Eis und Regen sind Einflüsse, denen die Kletterseile zwar im Prüfverfahren noch gewachsen sind, nicht jedoch auf Dauer. Nach extremen Belastungen oder Beschädigungen sollte ein Seil unverzüglich ausgetauscht werden.

Praktische Hinweise vom Profi

Die theoretische Auswahl dieser unterschiedlichen Kletterseilarten dient für Anfänger im Klettersport lediglich als Anhaltspunkt für weitergehende Beratungen. Die Prüfsiegel und Messwerte zu beachten, macht sich beim Kauf jedoch fast immer bezahlt. Anfänger im alpinen Klettersport sollten sich jedoch keinesfalls alleine auf den Weg machen, selbst wenn die Kletterseile den Sicherheitsvorkehrungen entsprechend angefertigt sind. Die Gefahr, eines der vielen Risiken, die der Klettersport mit sich bringt, falsch einzuschätzen, ist zu hoch, um sich einfach nur im Internet zu informieren. Des Weiteren werden Kletterer mit wachsender Erfahrung auch die unterschiedlichen Seilarten in ihren Vor- und Nachteilen besser erkennen.

Sollte euer Kletterseil ausgedient haben könnt ihr damit auch kreative DYI Geschenke anfertigen.

Outdoor Friedrichshafen 2016

Aktuell findet in Friedrichshafen am Bodensee wieder eine der wichtigsten Leitmessen für den Outdoorbereich und damit auch für den Kletter und Boulderbereich statt. Neben zahlreichen Neuheiten präsentieren die wichtigsten Labels dort auch Ihre Produktpalette für die kommenden Jahren. Unsere ersten Eindrück gibt es in einer kleinen Gallery.

Neues Equipment für Kletterer auf der Outdoor 2016

In den kommenden Tage geht die größte Outdoormesse in Friedrichshafen wieder los und einmal mehr wird dort das neueste Equipment vorgestellt. Für die Kletter- und Bouldersportler gibt es einmal mehr Weltpremieren auf der Messe:

Black Diamond mit Autotuber und Kletterseilen

Ausrüster Black Diamond wird auf der Messe erstmals seinen neue Autotuber vorstellen. Mit dem ATC-Pilot bringt Black Diamond erstmals ein Sicherungsgerät in dieser Kategorie auf den Markt.

Das ATC Pilot ist ergonomisch geformt, ermöglicht ein leichtgängiges Ausgeben vom Seil und unterstützt einen geradlinigen Seilverlauf am Gerät beim Ablassen. Es ist dank der mechanischen Konstruktion selbstblockierend, die Hand des Sichernden muss immer am Seil unterhalb des Sicherungsgeräts bleiben.

Darüberhinaus bringt Black Diamond mit dem Zone einen neuen Sportklettergurt auf den Markt und vereint maximalen Fokus und geringstes Gewicht.

Als weiteres Highlight wird Black Diamond erstmals eigene Kletterseile auf der Messe vorstellen und damit in die Seilproduktion einsteigen. Zum Start gibt es vier Durchmesser: 7.8, 9.2, 9.6 und 9.9. Dabei ist das Seil mit 9.9mm ein guter Begleiter für Workout und fast jedes Klettergebiet und jeden Tag.

Edelrid mit neuem Balance-Crashpad und neuem Halbseil

Das neue Crashpad soll sein Potential vor allem auf unebenen Absprungflächen ausspielen können. Dank des innovativen Unterbaus aus Styroporkügelchen, gleicht das Balance Crashpad nahezu jede Unebenheit im Gelände aus und bietet damit ein deutlich höheres Maß an Sicherheit.

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Neben dem Crashpad bringt Edelrid das Halbseil Skimmer Pro Dry 7,1 mm auf den Markt. Es ist das weltweit dünnste Halbseil – mit nur 7 mm ist man definitiv an der Grenze des machbaren angelangt.

La Sportiva mit neuem Kletterschuh Kataki

Für den ambitionierten Klettersportler bringt der italienische Ausrüster La Sportiva sein neues Modell Kataki auf den Markt

Wild Country mit neuem Halbautomaten Revo

Der Revo ist der erste bidirektionale Halbautomat von Wild Country. Der Revo hat das Ziel insbesondere im puncto Sicherheit zu punkten. Da das Gerät in beide Richtungen blockiert ist ein falsches Einhängen des Seils praktisch nicht mehr möglich.

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Wird werden uns auf der Messe umschauen und sicherlich noch das ein oder andere Highlight für euch entdecken!

Gewinnspiel – Salewa Fotocontest Juni / Juli 2016

Monatlich veranstaltet der Outdoor Shop bergzeit.de einen Fotocontest, der mit einem Preis im Wert von über 500€ dotiert ist. Der aktuelle Bergzeit Fotocontest unter dem Motto „Natur Träume“ startete am 15.06.2016 und endet am 14.07.2016. Die Teilnehmer sollen dabei Fotos ihrer Lieblings Schlaf- und Zeltplätze unter freiem Himmel hochladen. Zu gewinnen gibt es den Micro 800 Schlafsack und das Alpine Hut IV Zelt von Salewa im Wert von 680€.

  • Salewa Micro 800 Schlafsack: Der Schlafsack hält durch die feuchtigkeitsunempfindliche Kunstfaserfüllung bis zu einer Temperatur von 7°C warm. Eine Isolationsabdeckleiste im Bereich des Reißverschlusses schütz vor eindringender Kälte. Der Schlafsack kann auch als Decke verwendet werden und ist gut waschbar.
  • Salewa Alpne Hut IV Zelt: Dieses Campingzelt bietet genügend Platz für 4 Personen. Es ist gut verarbeitet. Zudem besticht es durch seine Robustheit  und Zuverlässigkeit. Durch eine Doppelwand Konstruktion ist eine gute Belüftung sichergestellt. Der Polyamid Ripstop Boden hat eine 5.000 mm Wassersäule.

Das Mitmachen ist in wenigen Steps erledigt:
–    Link: https://www.bergzeit.de/magazin/fotocontest/salewa-zelt-schlafsack/
–    Klicke auf “Teilnehmen”
–    Datei auswählen, eine Beschreibung hinzufügen und abschicken
–    Bitte nur Bilder hochladen, die zum Motto passen
–    Sammle möglichst viele Likes und Shares auf Facebook für dein Bild
–    Unter den 30 meist gevoteten Bildern ermittelt die Bergzeit Jury den Gewinner