Den passenden Boulderschuh finden

Wer Bouldern möchte, der hat man meisten Spaß, wenn auch die richtige Ausrüstung dabei ist und dazu zählt vor allem auch passendes und gutes Schuhwerk. Genau wie beim normalen Schuhkauf gilt es auf einige zentrale Aspekte zu achten, die der Boulderschuh mit sich bringen sollte. Wie ist der individuelle Tragekomfort? Spricht mich das Design an? Wie ist die Ergonomie- und Lüftungsqualität des Boulderschuhs? Wie seine Materialverarbeitung? Wo wird er am häufigsten zum Einsatz kommen und wie ist das allgemeine Preis-Leistungsverhältnis? Schuhe gibt es von zahlreichen Marken und in zahlreichen Preiskategorien. Von 40-60 Euro bis bin zu Schuhe, die 120 Euro kosten können ist das Spektrum abgedeckt. Ansonsten gilt es zum Boulderschuh anzumerken, dass sie, verglichen mit anderen Kletterschuhen, wesentlich weicher gepolstert sind und sich besonders gut für kurze Touren eignen. Ist man länger auf Wanderung, so bietet sich ein eher härterer und strammer am Fuß sitzender Schuh an. Dadurch findet eine bessere Entlastung des Fußes statt und auch der Kraftaufwand ist nicht so hoch, wie bei einem weicheren Schuh.

Kriterien des Boulderschuhs

Beim Bouldern soll der Schuh schnell Leistung erbringen. Er büßt ein an Tragekomfort, gewinnt dadurch aber an Performance. Erreicht wird dies durch die Kriterien von Downturn und Vorspannung. Die Vorspannung macht sich in der Form des Schuhs bemerkbar. Ein Schuh der unter ‘Spannung steht’ sieht aus wie ein liegendes C oder ist mit einer Banane vergleichbar. Zum vorderen Ende hin ist der Boulderschuh leicht gekrümmt. Durch die Vorspannung wird einem jeden Fußtritt mehr Power und Kraft verliehen. Selbst bei kleinen Tritten ist die Kraftakkumulation unglaublich. Für den Träger wirkt sich die Vorspannung darin aus, dass der Fuß nie vollständig in seiner natürlichen Form auf dem Boden ausliegt. Es ist immer ein Hohlraum zwischen Fuß und Untergrund vorhanden. Das Downturn-Kriterium hingegen verstärkt die C-Krümmung noch um ein weiteres. Es bezeichnet die Krümmung der Schuhleiste im Zehenbereich nach unten. Dadurch wird ein zusätzlicher Halt, selbst für schmale Boulder- und Felsritzen geboten. Mehr Kraft, mehr Power, mehr Aggressivität – mehr Performance, mehr Spaß, mehr Laune. Während die Sohle des Schuhs und seine Leisten unter Spannung stehen und sich durch ein eher härteres Material auszeichnen, gilt es beim Obermaterial auf eine sehr dehnbare Ausstattung zu achten. Das am häufigsten verwendete Material ist Leder. Es ist lange haltbar und zeichnet sich durch eine gute Dehnkraft aus. Nachteilig ist hingegen, dass sich der mit Leder ausgestattete Bereich über längeren Zeitraum und mit Nutzung ausdehnt und ausleihert, was zu einem Stabilitätsverlust führt. Ein kleiner Tipp beim Boulderschuhkauf, setzt man auf natürliches Leder: Der Schuh darf ruhig eine oder zwei Nummern kleiner gekauft werden.

Was unterscheidet den Boulder- vom Kletterschuh?

Im Allgemeinen ist kein großer Unterschied zwischen einem Boulder- und Kletterschuh festzustellen. Doch aufs Detail kommt es an. Kletterschuhe sind für längere Touren und Ausflüge konzipiert, während der Boulderschuh für einen eher kürzeren Einsatz hergestellt wird. Daher wird dem Kletterschuh eine höhere Bequemlichkeit wie ein höherer Tragekomfort nachgesagt. Beim Boulderschuh rückt der Tragekomfort in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Performance. Maximale Leistung in kurzer Zeit – das ist der Leitsatz bei der Entwicklung eines Boulderschuhs. Vorspannung und Downturn sind hier wieder die zentralen Stichpunkte. Ein Kletterschuh hingegen verfügt nicht über diese beiden Produktmerkmale.

Top 3 Boulderschuhe

Marken und Hersteller gibt es viele. Alle bieten sie ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Besonders gut abgeschnitten hat der Boulderschuh La Sportiva Jeckyl, der Durango VCR und der, speziell für Damen gefertigte, Boulderschuh Spirti Lady VCR.

La Sportiva Jeckyl

Der La Sportiva Jeckyl ist ein hervorragender Boulderschuh für Mann und Frau. Sein Obermaterial ist aus 100% Kalbsämischleder und bietet daher eine besonders präzise wie optimale Passform für jeden Fuß. Das macht den Boulderschuh für breite, wie schmale Füße gut tragbar. Ein Gummizug an der Ferse sorgt darüber hinaus für den notwendigen und gewünschten Tragekomfort, den man von einem Boulderschuh erwarten kann. Eine Vorspannung ist nicht im Schuh eingearbeitet. Die Sohle ist atmungsaktiv und sorgt für einen ‘kühlen’ Fuß ohne unnötige Hitzeentwicklung. Das ist sehr gesund für den Fuß. Auch im Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt der Sportiva Jeckyl.

Durango VCR

Auch der Durango VCR ist ein empfehlenswerter Schuh. Er ist, verglichen mit dem Sportiva, preislich günstiger. Hier wurde kein Leder verwendet, sondern Synthetik, was den Schuh eine robuste Langlebigkeit vermittelt. Dafür legt sich der Schuh besonders gut an jede Fußform an, was ihn zu einem sehr bequemen Schuh macht. Es ist ein sehr sensitiver Schuh, der ein gutes Gespür beim Bouldern vermittelt. Auch im Design überzeugt der Durango VCR. Der geteilte Zungenbereich sorgt für atmungsaktiven Komfort, lässt Feuchtigkeit austreten und den Fuß atmen. Die Kletterschlussmechanismen unterstützen einen schnellen Schuhwechsel. Preisleistungssieger im Test.

Spirt Lady VCR

Der Spirt Lady VCR ist ein anatomisch geschnittener Schuh, der gerade feinen zarten Damenfüßen eine hervorragende Passform gibt. Aus synthetischem Material gefertigt ist er für seine besondere Langlebigkeit bekannt. Die Schuhsohle ist mit Lüftungslöchern ausgestattet, lässt den Fuß atmen und Schweiß entweichen. Gerade für Damen ist der Schuh hervorragend geeignet zum Bouldern.