Welches Kletterseil ist das richtige? Ratgeber Kletterseile

 

Dynamische Kletterseile

Die andere Kategorie, die der dynamischen Kletterseile, weisen eine statische Dehnung von maximal 8 % auf.

Einfluss auf die Ermittlung der dynamischen Dehnung nehmen die Werte der statischen Dehnung und die Anzahl der sogenannten Fangstöße. Eine dynamische Dehnung von 27% bis 34% spricht für ein ausgewogenes Verhältnis von Dehnung und Fangstoß, wobei dieser Wert keinesfalls 40% beim ersten Normsturz übersteigen darf. Die Dehnung im ersten Normsturz und die dynamische Dehnung bezeichnen den identischen Wert.

Die dynamischen Kletterseile werden in drei Kategorien, die der Zwillingsseile, der Halbseile und der Einfachseile gegliedert:

Zwillingsseile – wenn das Gewicht zählt

Zwillingsseile besitzen einen Durchmesser von 6,9 bis 8 mm, ein Gewicht von 40 g/m, eine maximale Dehnung 10% und einen Fangstoß von 12 kn, welcher im Prüfverfahren immer im Doppelstrang getestet wird. Zwillingsseile müssen, um den Sicherheitsvorkehrungen zu entsprechen, im Doppelstrang belastet werden. Die Gefahr der Beschädigung von Zwillingsseilen an Steinkanten ist von den drei dynamischen Seilarten die, welche am geringsten ist. Ebenso niedrig fällt das Risiko aus, bei einem Steinschlag oder einem Scharfkantensturz einen Totalschaden am Seil zu verzeichnen. In schwierigen Gebieten weisen Zwillingsseile die höhere Sicherheit auf. Bevorzugt werden Zwillingsseile gegenüber den Halbseilen, weil die effektive Reichweite des Seilstranges sich nicht um angebrachte Zwischensicherungen legt.

Halbseile für Halbseil-Technik oder Zwillingsseil-Technik

Halbseile besitzen einen Durchmesser von 7.5 bis 9 mm, wiegen 40 bis 50 g/m, besitzen eine maximale Dehnung in Höhe von 12% und einen Fangstoß von 8 kn, wobei das Prüfverfahren im Einzelstrang vorgeschrieben ist. Halbseile müssen, um den Sicherheitsvorkehrungen zu entsprechen, im Doppelstrang gelegt werden. Halbseile sind konzipiert wie Zwillingsseile. Im Gegensatz zu Zwillingsseilen können Halbseile im Nachstieg auch im Einzelstrang belastet werden. Damit weisen sie die niedrigere Abnutzung auf. An Zwischensicherungen sind Halbseile jedoch, da sie doppelt gelegt werden müssen, stets ein Risiko. Zu schnell können sie sich um die in der Felswand angebrachten Stiegen wickeln, oder sich verhaken. Da die Halbseile durch die Möglichkeit des Nachlasses unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sind, gelten diese im Gegensatz zu Zwillingsseilen als schneller abnutzbar.

Einfachseile der Allrounder

Einfachseile besitzen einen Durchmesser von 8,6 bis 10,5 mm, wiegen 51 bis 69 g/m und haben eine maximale Dehnung von 10 %. Der Fangstoß beläuft sich auf 12 kn. Das Einfachseil eignet sich praktisch für jedes Gelände, von Profis wird es jedoch meist aus Sicherheitsgründen dennoch doppelt gelegt. Der Nachteil beim Einfachseil liegt für Klettersportler in der höheren Gewichtsbelastung, die ich bei langen Touren durchaus bemerkbar machen kann. Dennoch werden Einfachseile häufig bei Gebirgstouren angewendet, wenn auch meist doppelt gelegt, weil sie sich für kurze Abstände eine bessere Handhabung bieten als Doppelseile.

Damit ihr auch lange von eurem Kletterseil etwas habt haben wir für euch eine Pflegeanleitung zusammengestellt.

Statische Kletterseile

Kletterseile lassen sich in vier unterschiedliche Kategorien gliedern. Dabei ist die Kategorie der statischen Seile etwas differenziert zu betrachten, denn sie sind als Kletterseil für längere Touren ungeeignet. Diese statischen Seile erreichen mit der niedrigen Gebrauchsdehnungsquote von 5 % nicht die Mindestwerte der hohen Sicherheitsbedingungen der EN 892.
Statische Kletterseile werden jedoch für Kletteranfänger empfohlen, weil sie mit einer Durchmesserbreite von 10 mm nicht so sehr Handgelenke, Hände und Kraft strapazieren. Statische Kletterseile sind nicht, wie der Name vermuten lässt, dehnungsunfähig. Mit einem statischen Dehnungsfaktor von maximal 5 % bei 80 kg Belastungsgewicht können sie jedoch nicht gewährleisten, dass Stürze, wenn sie denn vorkommen, genügend rückenschonend abgefedert werden und das Körpergewicht halten. Statische Seile werden daher seitens professioneller alpiner Sportkletterer nur zur Absichern von Wegen im bewanderten Gebirgsgelände eingesetzt.

Sicherheitsnormen

Outdoor-Kletterseile sind den Sicherheitsanforderungen der EN 892 für dynamische Bergseile unterworfen. Dieses Prüfsiegel der Europanorm 892 löste die alten DIN Norm-Regelungen ab.

Ebenfalls ein wichtiges Prüfkriterium ist das der UIAA. Dabei handelt es sich um eine internationale Vereinigung Alpiner Verbände. Seit mehreren Jahrzehnten werden seitens dieser Vereinigung UIAA industrielle Standards für Bergsteigerprodukte aufgestellt.

Dass der Hersteller mit Gerätschaften und Personalbedingungen den gesetzlichen Standards entspricht, das bezeugt das Prüfsiegel der aktuell gültigen Deutschen Industrie Norm (DIN)

Kletterseile mit diesen drei Prüfsiegeln erfüllen demnach hohe Qualitätsanforderungen, die von Experten mit entsprechenden theoretischen und fachlichen Bedingungen vertraut sind, erstellt wurden.

Prüfmethoden

Die Prüfmethode der EN 892 beinhaltet maschinelle Leistungstests, die sich auf Dehnbarkeit und Dynamik des Kletterseils beziehen. Der Durchmesser und das Metergewicht dürften dabei eher eine zweitrangige Rolle spielen und lediglich für professionelle Bergsteiger, die lange Touren mit schwerem Gepäck bei unterschiedlichen Wetterbedingungen bewerkstelligen möchten, infrage kommen.

Maschinell geprüft wird auch die Mantelverschiebung der Seile. Diese Parametergröße von maximal 20 mm der axialen Verschiebung des Mantels zur inneren Mitte des Seils, auch Kern genannt, ist bereits bei neueren Seilen auf die angestrebte Verschiebung von 0 mm, also keine, angelangt.

Bei allen Kletterseilen, ob statisch oder dynamisch, muss sorgsam auf die richtige Pflege und Aufbewahrung geachtet werden, da sie sonst die Sicherheit gefährden. Je nach Wetterbedingungen und anderen Belastungssituationen müssen die Kletterseile auch mehr oder weniger schnell für die nächste Tour ausgetauscht werden. Sonne, Eis und Regen sind Einflüsse, denen die Kletterseile zwar im Prüfverfahren noch gewachsen sind, nicht jedoch auf Dauer. Nach extremen Belastungen oder Beschädigungen sollte ein Seil unverzüglich ausgetauscht werden.

Praktische Hinweise vom Profi

Die theoretische Auswahl dieser unterschiedlichen Kletterseilarten dient für Anfänger im Klettersport lediglich als Anhaltspunkt für weitergehende Beratungen. Die Prüfsiegel und Messwerte zu beachten, macht sich beim Kauf jedoch fast immer bezahlt. Anfänger im alpinen Klettersport sollten sich jedoch keinesfalls alleine auf den Weg machen, selbst wenn die Kletterseile den Sicherheitsvorkehrungen entsprechend angefertigt sind. Die Gefahr, eines der vielen Risiken, die der Klettersport mit sich bringt, falsch einzuschätzen, ist zu hoch, um sich einfach nur im Internet zu informieren. Des Weiteren werden Kletterer mit wachsender Erfahrung auch die unterschiedlichen Seilarten in ihren Vor- und Nachteilen besser erkennen.

Sollte euer Kletterseil ausgedient haben könnt ihr damit auch kreative DYI Geschenke anfertigen.

Outdoor Friedrichshafen 2016

Aktuell findet in Friedrichshafen am Bodensee wieder eine der wichtigsten Leitmessen für den Outdoorbereich und damit auch für den Kletter und Boulderbereich statt. Neben zahlreichen Neuheiten präsentieren die wichtigsten Labels dort auch Ihre Produktpalette für die kommenden Jahren. Unsere ersten Eindrück gibt es in einer kleinen Gallery.

Neues Equipment für Kletterer auf der Outdoor 2016

In den kommenden Tage geht die größte Outdoormesse in Friedrichshafen wieder los und einmal mehr wird dort das neueste Equipment vorgestellt. Für die Kletter- und Bouldersportler gibt es einmal mehr Weltpremieren auf der Messe:

Black Diamond mit Autotuber und Kletterseilen

Ausrüster Black Diamond wird auf der Messe erstmals seinen neue Autotuber vorstellen. Mit dem ATC-Pilot bringt Black Diamond erstmals ein Sicherungsgerät in dieser Kategorie auf den Markt.

Das ATC Pilot ist ergonomisch geformt, ermöglicht ein leichtgängiges Ausgeben vom Seil und unterstützt einen geradlinigen Seilverlauf am Gerät beim Ablassen. Es ist dank der mechanischen Konstruktion selbstblockierend, die Hand des Sichernden muss immer am Seil unterhalb des Sicherungsgeräts bleiben.

Darüberhinaus bringt Black Diamond mit dem Zone einen neuen Sportklettergurt auf den Markt und vereint maximalen Fokus und geringstes Gewicht.

Als weiteres Highlight wird Black Diamond erstmals eigene Kletterseile auf der Messe vorstellen und damit in die Seilproduktion einsteigen. Zum Start gibt es vier Durchmesser: 7.8, 9.2, 9.6 und 9.9. Dabei ist das Seil mit 9.9mm ein guter Begleiter für Workout und fast jedes Klettergebiet und jeden Tag.

Edelrid mit neuem Balance-Crashpad und neuem Halbseil

Das neue Crashpad soll sein Potential vor allem auf unebenen Absprungflächen ausspielen können. Dank des innovativen Unterbaus aus Styroporkügelchen, gleicht das Balance Crashpad nahezu jede Unebenheit im Gelände aus und bietet damit ein deutlich höheres Maß an Sicherheit.

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Neben dem Crashpad bringt Edelrid das Halbseil Skimmer Pro Dry 7,1 mm auf den Markt. Es ist das weltweit dünnste Halbseil – mit nur 7 mm ist man definitiv an der Grenze des machbaren angelangt.

La Sportiva mit neuem Kletterschuh Kataki

Für den ambitionierten Klettersportler bringt der italienische Ausrüster La Sportiva sein neues Modell Kataki auf den Markt

Wild Country mit neuem Halbautomaten Revo

Der Revo ist der erste bidirektionale Halbautomat von Wild Country. Der Revo hat das Ziel insbesondere im puncto Sicherheit zu punkten. Da das Gerät in beide Richtungen blockiert ist ein falsches Einhängen des Seils praktisch nicht mehr möglich.

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Wird werden uns auf der Messe umschauen und sicherlich noch das ein oder andere Highlight für euch entdecken!

Die 10 besten Kletter- und Boulder-Apps 2016

Wir haben für euch die besten Apps fürs Klettern und Bouldern getestet und empfehlen euch besten Apps die auf eurem Smartphone nicht fehlen sollten. In der Zwischenzeit gibt es in den Appstores eine ganze Reihe von Apps für Kletter- und Bouldersportler die sich um die verschiedensten Themen drehen. Für uns lassen sich die Apps in die folgenden drei Kategorien zusammenfassen:

  • Apps für Topografien und Klettergebiete
  • Apps fürs Klettertraining
  • Apps um Kletterwissen wie bspw. Knoten etc zu lernen

Apps für Topografien und Klettergebiete

Sicherlich aktuell das spannendste Thema im Bereich der Kletter App ist das Thema digitalisierte Topografien. Hier buhlen verschiedenen Anbieter um die Gunst der User mit teilweisen unterschiedliche Ansätzen. Für den europäischen Raum dürfte aktuell das Angebot von Vertical Life das attraktivste sein. In den vergangenen Jahren hat das Team aus Südtirol es geschafft die meisten Klettergebiete zu digitalisieren und in der App abzubilden. Aktuell befinden sich in der App die wichtigsten Boulder und Klettergebiete deren Topos von den führenden Kletterverlagen kommen. In der App enthalten sind bspw die besten Spots aus Kalmynos, Finale, Arco, Tirol oder Allgäu sowie bekannte Boulderspots Magic Wood (CH), Zillertal (AT) und viele weitere mehr. Der Zugang zu den Topos erfolgt via Credits die man sich kauf und im Konto hinterlegt. Im Anschluss kann man sich die Guides zur Offline Nutzung herunterladen. In Summe ein super Konzept und eine grafisch Topumsetzung mit der aktuell besten Abdeckung an hochwertigen Topos.

Im deutschsprachigen Raum gibt es mit Enziano noch einen weiteren Anbieter der Kletterführer digitalisiert und dem User kostenpflichtig zur Verfügung stellt. Neben den kostenpflichtigen Apps gibt es von einzelnen Klettergebieten auch noch freie Apps die die Topos zur Verfügung stellen. Das wohl größte Angebot hier wohl aus Tirol mit der App von Climbers Paradise, in der die wichtigen Klettergebiete in Tirol wie Achesnee, Ötztal, Pitztal und viele weitere mehr abdeckt sind. Wer international auf der Suche nach den richtigen Spots ist dem sei noch die App 27 Crags empfohlen – deren Abdeckung vor allem im skandinavischen Raum attraktiv ist. Als weitere Alternativ gibt es die App von Mountain Project die auch zahlreiche Klettergebiete zu bieten hat.

Beste Topografie Apps unser Ranking:
– Vertical Life App (Android, iOS)
– 27crags(Android, iOS)
– Mountain Projekt (Android, iOS)
– Enziano (Android, iOS)

Klettertraining für dein Smartphone

Dieses Thema wird sicherlich eines der größten Themen in den kommenden Jahren werden. Apps und Wearables die das Klettertraining protokollieren und optimieren. Mit dem Trend hin zum Massensport, insbesondere im Bouldersport, wird der Markt für innovative Lösungen interessant.
Im puncto Wearable und Next Generation Produkte macht aktuell das Produkt von Whipper einen guten Eindruck, allerdings ist es aktuell noch nicht auf dem Markt erhältlich. Von smarten Trainingsgeräten die sich aktuell bereits am Markt etabliert haben ist das Zlagboard von Vertical Life sicherlich das am weitesten entwickelte. Das Trainingsboard mit angeschlossener App bietet Euch smarte Trainingsprogramme und schafft es effizient euer Training zu protokollieren. Etwas generischer ist der Ansatz bei der App von Boulder Trainer. Hier hat man eine Reihe von etablierten Handboard zur Auswahl auf denen man trainieren kann, allerdingt fehlt hier die smarte Protokollierung im Gegensatz zur Zlagboard App.

Beste Klettertraining Apps

Applikationen fürs Kletterwissen

In diesem Bereich gibt es eine Reihe an fleißigen Helferlein die euch das tägliche Leben am Fels ein bisschen einfacher machen könnten. Von der passenden Kletter Wetter wie bspw. von Climbing Weather, über Gradkonvertier die euch die verschiedenen Skalen umrechnen bis hinzu Knotenkunde gibt es hier zahllose App für Euch.

Unsere Topapps im Bereich Kletterwissen

Den passenden Boulderschuh finden

Wer Bouldern möchte, der hat man meisten Spaß, wenn auch die richtige Ausrüstung dabei ist und dazu zählt vor allem auch passendes und gutes Schuhwerk. Genau wie beim normalen Schuhkauf gilt es auf einige zentrale Aspekte zu achten, die der Boulderschuh mit sich bringen sollte. Wie ist der individuelle Tragekomfort? Spricht mich das Design an? Wie ist die Ergonomie- und Lüftungsqualität des Boulderschuhs? Wie seine Materialverarbeitung? Wo wird er am häufigsten zum Einsatz kommen und wie ist das allgemeine Preis-Leistungsverhältnis? Schuhe gibt es von zahlreichen Marken und in zahlreichen Preiskategorien. Von 40-60 Euro bis bin zu Schuhe, die 120 Euro kosten können ist das Spektrum abgedeckt. Ansonsten gilt es zum Boulderschuh anzumerken, dass sie, verglichen mit anderen Kletterschuhen, wesentlich weicher gepolstert sind und sich besonders gut für kurze Touren eignen. Ist man länger auf Wanderung, so bietet sich ein eher härterer und strammer am Fuß sitzender Schuh an. Dadurch findet eine bessere Entlastung des Fußes statt und auch der Kraftaufwand ist nicht so hoch, wie bei einem weicheren Schuh.

Kriterien des Boulderschuhs

Beim Bouldern soll der Schuh schnell Leistung erbringen. Er büßt ein an Tragekomfort, gewinnt dadurch aber an Performance. Erreicht wird dies durch die Kriterien von Downturn und Vorspannung. Die Vorspannung macht sich in der Form des Schuhs bemerkbar. Ein Schuh der unter ‘Spannung steht’ sieht aus wie ein liegendes C oder ist mit einer Banane vergleichbar. Zum vorderen Ende hin ist der Boulderschuh leicht gekrümmt. Durch die Vorspannung wird einem jeden Fußtritt mehr Power und Kraft verliehen. Selbst bei kleinen Tritten ist die Kraftakkumulation unglaublich. Für den Träger wirkt sich die Vorspannung darin aus, dass der Fuß nie vollständig in seiner natürlichen Form auf dem Boden ausliegt. Es ist immer ein Hohlraum zwischen Fuß und Untergrund vorhanden. Das Downturn-Kriterium hingegen verstärkt die C-Krümmung noch um ein weiteres. Es bezeichnet die Krümmung der Schuhleiste im Zehenbereich nach unten. Dadurch wird ein zusätzlicher Halt, selbst für schmale Boulder- und Felsritzen geboten. Mehr Kraft, mehr Power, mehr Aggressivität – mehr Performance, mehr Spaß, mehr Laune. Während die Sohle des Schuhs und seine Leisten unter Spannung stehen und sich durch ein eher härteres Material auszeichnen, gilt es beim Obermaterial auf eine sehr dehnbare Ausstattung zu achten. Das am häufigsten verwendete Material ist Leder. Es ist lange haltbar und zeichnet sich durch eine gute Dehnkraft aus. Nachteilig ist hingegen, dass sich der mit Leder ausgestattete Bereich über längeren Zeitraum und mit Nutzung ausdehnt und ausleihert, was zu einem Stabilitätsverlust führt. Ein kleiner Tipp beim Boulderschuhkauf, setzt man auf natürliches Leder: Der Schuh darf ruhig eine oder zwei Nummern kleiner gekauft werden.

Was unterscheidet den Boulder- vom Kletterschuh?

Im Allgemeinen ist kein großer Unterschied zwischen einem Boulder- und Kletterschuh festzustellen. Doch aufs Detail kommt es an. Kletterschuhe sind für längere Touren und Ausflüge konzipiert, während der Boulderschuh für einen eher kürzeren Einsatz hergestellt wird. Daher wird dem Kletterschuh eine höhere Bequemlichkeit wie ein höherer Tragekomfort nachgesagt. Beim Boulderschuh rückt der Tragekomfort in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Performance. Maximale Leistung in kurzer Zeit – das ist der Leitsatz bei der Entwicklung eines Boulderschuhs. Vorspannung und Downturn sind hier wieder die zentralen Stichpunkte. Ein Kletterschuh hingegen verfügt nicht über diese beiden Produktmerkmale.

Top 3 Boulderschuhe

Marken und Hersteller gibt es viele. Alle bieten sie ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Besonders gut abgeschnitten hat der Boulderschuh La Sportiva Jeckyl, der Durango VCR und der, speziell für Damen gefertigte, Boulderschuh Spirti Lady VCR.

La Sportiva Jeckyl

Der La Sportiva Jeckyl ist ein hervorragender Boulderschuh für Mann und Frau. Sein Obermaterial ist aus 100% Kalbsämischleder und bietet daher eine besonders präzise wie optimale Passform für jeden Fuß. Das macht den Boulderschuh für breite, wie schmale Füße gut tragbar. Ein Gummizug an der Ferse sorgt darüber hinaus für den notwendigen und gewünschten Tragekomfort, den man von einem Boulderschuh erwarten kann. Eine Vorspannung ist nicht im Schuh eingearbeitet. Die Sohle ist atmungsaktiv und sorgt für einen ‘kühlen’ Fuß ohne unnötige Hitzeentwicklung. Das ist sehr gesund für den Fuß. Auch im Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt der Sportiva Jeckyl.

Durango VCR

Auch der Durango VCR ist ein empfehlenswerter Schuh. Er ist, verglichen mit dem Sportiva, preislich günstiger. Hier wurde kein Leder verwendet, sondern Synthetik, was den Schuh eine robuste Langlebigkeit vermittelt. Dafür legt sich der Schuh besonders gut an jede Fußform an, was ihn zu einem sehr bequemen Schuh macht. Es ist ein sehr sensitiver Schuh, der ein gutes Gespür beim Bouldern vermittelt. Auch im Design überzeugt der Durango VCR. Der geteilte Zungenbereich sorgt für atmungsaktiven Komfort, lässt Feuchtigkeit austreten und den Fuß atmen. Die Kletterschlussmechanismen unterstützen einen schnellen Schuhwechsel. Preisleistungssieger im Test.

Spirt Lady VCR

Der Spirt Lady VCR ist ein anatomisch geschnittener Schuh, der gerade feinen zarten Damenfüßen eine hervorragende Passform gibt. Aus synthetischem Material gefertigt ist er für seine besondere Langlebigkeit bekannt. Die Schuhsohle ist mit Lüftungslöchern ausgestattet, lässt den Fuß atmen und Schweiß entweichen. Gerade für Damen ist der Schuh hervorragend geeignet zum Bouldern.

Drytooling – Die besten Tipps für Einsteiger

Was ist Drytooling?

Das Drytooling ist eine Trainingsvariante für das Eisklettern, bei der mit Ausrüstungen und Tools für das Eisklettern eine Felswand beklettert wird. Steigeisen, Eispickel und sogenannte Bolts – Bohrhaken für die Befestigung der Sicherung im Fels – kommen dabei zum Einsatz. Das Drytooling entstand, weil der Zugang zu Eiszapfen und Wasserfall Eis häufig über massive Felspassagen erklettert werden musste und ein Wechsel der Ausrüstung in der Wand nicht möglich war.

Drytooling als Training fürs Klettern

Das Drytooling stellt höhere Anforderungen an die Klettertechnik. Drytooling und Mixed Techniken bestehen überwiegend aus Griffen und Techniken, bei denen der Schwerpunkt so verlagert wird, dass Techniken mit den Fingern und den Zehen und den speziellen Eisgeräten angewendet werden können. Feste Griffe und Tritte sind im Eis kaum zu finden. Klemmen, keilen, kanten ist gefragt. Mit den Steigeisen für das Eisklettern im Felsen verhält es sich ähnlich. Tritte und Schläge sind nicht möglich. Der mitgeführte Eispickel kann auch in der Felswand eingesetzt werden, jedoch vollkommen anders als im Eis. Die Spitze des Pickels wird in kleinen Spalten oder Ecken des Felsens geschickt eingeklemmt. Die Schwerkraft verhindert das Abrutschen. Indoor und Outdoor kann das Drytooling ausgezeichnet als Training für das Klettern in der Wand eingesetzt werden. Es schult die Geschicklichkeit, die Körperkraft und Beweglichkeit.

Ausrüstung fürs Drytooling

Steigeisen

Die Steigeisen gehören zur Ausstattung für das Eisklettern und werden auch beim Drytooling und Mixed Klettern verwendet. Mit einem Nylon Material werden die Steigeisen mit einem Stahlgestell an den Schuhen festgebunden. Nach vorn und nach unten gerichtete Zacken geben Halt im Eis. Beim Drytooling werden sie im Fels verklemmt. Frontalzacken und Fersenzacken sind fest mit dem Gestell verbunden. Die Bindung wird am Sohlenrand der Kletterschuhe befestigt. Bänder aus Nylon und Leder ermöglichen das Festzurren der Steigeisen. Bei Klettern müssen sie die Klemm- Keilkräfte wackelfrei unterstützen. Ein Fangriemen verhindert das Herabfallen des immerhin etwa ein Kilogramm schweren Steigeisens.

Eispickel/ Eisaxt

Der Eispickel wird beim Eisklettern fest in das Eis geschlagen. An ihm zieht sich der Eis Kletterer nach oben oder hält sich fest, um den nächsten Schritt mit den Steigeisen zu machen. Beim Drytooling ist diese Technik nicht möglich. Der Eispickel wird in Spalten oder Felsvorsprüngen verklemmt, um sich an ihm empor zu ziehen. Die Technik erfordert viel Kraft und Geschicklichkeit. Eispickel für das Dry Tooling und Mixed Klettern haben einen stark gebogenen Schaft und einen ergonomischen Griff. Die Spitze ist mit Zacken und Zähnen ausgestattet, um daqs Abrutschen zu verhindern. Der moderne Eispickel für Dry Tooling ähnelt einem Eishaken mit Griff. Eispickel und Steigeisen sind die bekanntesten Ausrüstungsteile für Eisklettern, Dry Tooling und Mixed Klettern.
Neuere Modelle werden auch Steileisgerät genannt. Mit zwei Steileisgeräten und Fingerhaken haben Drytool Kletterer eine Technik entwickelt, bei der in Schächten und Schluchten abwechselnd links und rechts das Steileisgerät in der Wand verklemmt wird und sich der Kletterer durch Klimmzüge nach oben hangelt.

Bekleidung und Zubehör

Die Bekleidung für das Drytooling sollte viel Bewegungsfreiheit ermöglichen. Ebenso sind trockene, wärmedämmende und wasserabweisende Eigenschaften der Kletterkleidung erforderlich.
Beim Training für das Drytooling in der Boulder Halle sollten die Steigeisen weggelassen werden. Klemmbretter für die Steileisgeräte können nach Absprache mit dem Hallenbetreiber selbst installiert werden. Der Aufwand ist gering. Das Dry Tool Training in der Boulderhalle sollte nach Möglichkeit zu besucherschwachen Zeiten durchgeführt werden.

Spots (Outdoor und Indoor) für Drytooling

Drytooling kann in jeder Halle mit Boulderwand und Kletterwnd und an jeder Outdoor Kletterwand geübt werden. Vor allem der Umgang mit dem Steileisgerät und die speziellen Griffe mit Klemmwirkung erfordern regelmäßige Übung. Der Einsatz der Füße ebenso.

Die Anzahl der Toueren für Eisklettern, Drytooling und Mixed Klettern in Europa beläuft sich auf einige Tausend. Dazu kommen Kletterhallen, Boulderhallen und Outdoor Kletterparks für Klettern, Bouldern und Dry Tooling. Die von Kletterern bereits erkletterten Routen und die Empfehlungen für Dry Tooling Möglichkeiten in der Natur ergänzen die Zahl der Hotspots noch einmal. Nachdem zu Beginn des Trends Eisklettern und Drytooling kaum eine Übersicht zu den Möglichkeiten vorlag, können die Interessenten heute auf ein enormes Angebot von Kletterführern zugreifen, in denen natürliche Klettertouren, Outdoor Trainingsmöglichkeiten und Kletterhallen gelistet sind.

Die Alpenregion in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist besonders gut versorgt mit Hotspots für alle Arten des Klettersports. Auch in Frankreich sind einige Tausend Adressen verfügbar. Nicht nur in den Alpen, sondern auch in den Mittelgebirgen finden sich interessante und anspruchsvolle Routen für das Drytooling. Einige ausgewählte Hotspots für den Trendsport Dry-tooling sollen an dieser Stelle genannt werden.

Das Salzburger Land

Das Salzburger Land in den österreicher Alpen ist Wintersprtlern sehr gut bekannt. Die Infrastruktur für alle Arten des Klettersports ist ausgezeichnet entwickelt. Von erstklassigen Unterkunftsmöglichkeiten über günstige Fahr- und Wanderwege zu den Kletterstellen bis zur Versorgungshütte am Berg und Trainingsmöglichkeiten in Kletterhallen finden Klettersportler alles vor, was für einen ausgiebigen Kletterurlaub erforderlich ist. Der Eiskletterpark in Heutal bietet vervorragende Trainingsmöglichkeiten für das Trytooling. Unzählige Trainingsmöglichkeiten in Sportsstudios, Kletterhallen und Outdoorparks werden im Salzburger Land angeboten. Der Salzburger Hof in Gingen an der Brenz hält ein komplexes Angebot für Dry Toolimng Sportler bereit. Im Kandersteg findet jährlich ein Event im Eisklettern unter Flutlicht mit internationaler Beteiligung statt. Das Event im Eisklettern zieht jedes Jahr mehr Besucher an.

  • Der Eiskletterturm am Heutal in der Nähe von Lofer ist Europas größte Eiskletterwand. Der örtliche Alpenverein und private Anbieter schaffen eine Vielzahl von Möglichkeiten für Eisklettern, Dry Tooling und Mixed Klettern.
  • Die Eisarena Diesbach bietet enorm viele Möglichkeiten für das Klettern im Wassereis von gefrorenen Wasserfällen. Die anspruchsvollen Kletterrrouten locken jedes Jahr Hobbykletterer und Profis aus der ganzen Welt an. Das imposante Klettergebiet liegt zwischen Weißbach nd Saalfelden und ist bei der Anfahrt über die B311 schon von der Straße aus zu sehen.

Wer eine Urlaubstour oder einen Wochenendausflug für Drytooling plant, sollte sich zuvor eine Checkliste anfertigen. Neben der Ausrüstung und der Logistik sollte auch das exakte Tourenziel geplant werden. Einige Regionen sind für das Dry Tooling Training besser geeignet andere Regionen haben imposante natürliche Hotspots vorzuweisen. Eine beeindruckende Kulisse ist jedoch nicht das einzige Kriterium für die Auswahl eines Hotspots. Anfahrtswege, Hotels und Restaurants, Trainingshallen, Trainer, Berghütten und eine Struktur für den Bergrettungsdienst sollten ebenfalls vorhanden sein. Als Regel für die Auswahl eines guten Hotspots für einen Dry Tooling Urlaub kann angewendet werden, dass die bekannten Skiregionen auch ausgezeichnete Kletterangebote haben. Kitzbühl, Garmisch Partenkirchen, Allgäu – faszinierende Klettersteige für Drytooling finden sich überall dort, wo Berge und Felsen vorhanden sind.

Eine komplexe Liste für Klettertouren ist zum Beispiel im Internet hier zu finden: http://www.camptocamp.org/sites. Etwa drei Dutzend Bücher über die schönsten Klettersteige für das Eisklettern und das Dry Tooling werden bei den Internet Portalen eBay und Amazon angeboten. Eine Übersicht über ausgewählte Titel ist hier zu finden: http://www.stadler-markus.de/bibliothek/eiskletterfuehrer.html.

Der Schwierigkeitsgrad ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Klettersteige für Dry Tooling und Eisklettern. Ungeübte Sportler sollten zunächst einfache Routen auswählen, die sie sicher beherrschen. Möglicherweise ist das Training in der Halle oder in Outdoor-Trainingspark zunächst die Voraussetzung, bevor ein Klettersteig in Angriff genommen wird. Mit der richtigen Ausrüstung und der passenden Route wird Drytooling zum einzigartigen sportlichen Erlebnis.

Die 5 beliebtesten Sicherungsgeräte beim Klettern

Zur Basis des Kletterns gehört unabdingbar das Sichern. Es dient nicht nur der eigenen Sicherheit diese Grundlagen genauestens zu erlernen. Beherrscht man sie wie das 1 x 1, dann ist man auch in der Lage, sich mit neuen Geräten zur Sicherung zu befassen und sie in allen Einzelheiten und Funktionsabläufen zu verstehen.

Kein Stillstand bei der Entwicklung

Um den Kletterer den möglichst besten Schutz zu geben, werden die Sicherungsgeräte permanent weiterentwickelt, die Sicherheitsreserven erhöht und vor allem die Bedienbarkeit erleichtert und die Zusammenhänge überschaubarer gestaltet. Außerdem kommt es beim Klettern zu Situationen, die es eigentlich gar nicht geben kann. Die stellen dann plötzlich Anforderungen an das Gerät, für die das Gerät nie vorgesehen war. Und bis zur Stunde gibt es kein Sicherungsgerät, das allen bisher gestellten Anforderungen gerecht wird.

Jeder Handgriff muss sitzen

Wenn es um die Sicherheit geht, dann muss jeder Handgriff mit absoluter Sicherheit vollzogen werden. Das eingesetzte Gerät soll nicht nur bekannt sein, es muss bis ins letzte Detail beherrscht werden. Dazu genügt es nicht, nur die Gebrauchsanweisung gelesen zu haben. Da muss probiert und studiert werden, einzelne Abläufe müssen gedanklich nachvollziehbar sein, sie müssen zu jeder Zeit und Gelegenheit abrufbar sein.

Beliebt und bewährt die Halbmastwurfsicherung – HMS

Ein Knoten, “Halbmastwurf”, macht bei Kletterern Karriere als Abseilhilfe und als dynamische Sicherung des Partners. Dabei läuft das Seil durch einen HMS-Karabiner und ermöglicht es, dem voraus Kletternden soviel Seil zu geben, wie dieser benötigt. Im Fall des Sturzes hält der Partner das Bremsseil fest, der Knoten im Karabiner zieht sich zu und das Seil verklemmt, dynamisch wird der Sturz abgebremst.
Eine vorteilhaftes Sicherungssystem ohne zusätzliches Gewicht, denn Karabiner hat man ohnehin dabei.
Für alle Bereiche, immer zuverlässig, Preis für HMS Karabiner mit Sicherung 15,00 – 20,00 €

GriGri – ein Schutzamulett der Tuareg als Namensgeber

GriGri ist ein halbautomatisches Sicherungssystem. Ausgelegt ist es für Kletterseile zwischen 10 mm und 11 mm Durchmesser. Nun bekommt es einen Nachfolger, wird noch besser: das GriGri 2 von Petzl. Es ist perfekt zum Sichern im Vorstieg und Toprope. Vom Vorgängermodell übernimmt es alle ausgezeichneten Vorteile, gute Bedienerfreundlichkeit, sichere, schnelle Seilausgabe und natürlich auch die halbautomatische Blockierfunktion. Das Modell GriGri 2 ist etwas kleiner und auch leichter. Neu ist, es erlaubt die Verwendung von Einfachseilen mit einem Durchmesser von 8,9 mm bis 11 mm. Damit folgt es der Entwicklung zu Seilen mit geringeren Durchmessern.
Da das Gerät sehr komplex in der Handhabung ist, sollte unter fachkundiger Anleitung die Bedienung und Handhabung nicht nur erlernt sondern auch praktisch geübt und ausgeführt werden. Dann ist das GriGri super für alle Kletterer.
Nicht für Uninformierte, Sorgfalt beim Gebrauch, Preis ca. 70,00 €

Smart Alpine Mammuts Beitrag zur Sicherheit

Smart Alpine 8.9 – 10.5 von Mammut ist ausgelegt für den Einsatz im alpinen Bereich, inklusive Touren in Fels und Eis. Dank seiner zwei Öffnungen kann das Sicherungsgerät im Einsatz mit Einfachseilen oder auch mit Halbseilen verwendet werden. Das Smart Alpine bietet bei der Vorstiegssicherung und auch bei der Topropesicherung im Sturzfall dynamisches Abbremsen und ohne großen Kraftaufwand die Blockierung. Hier allerdings der Hinweis, dass die Blockierfunktion von der Position der Bremshand abhängig ist!
Bei Mehrseillängentouren kann man es auch zum Nachsichern verwenden und ist ebenso bestens zum Abseilen geeignet.

Das Smart Alpine ist ein Gerät, das sich sowohl für Anfänger als auch für Profis bestens eignet. Dass sich Kletterer ohne große Erfahrungen in jedem Fall über den Einsatz von Smart Alpine bis ins Detail auch über die Anwendungsmöglichkeiten informieren müssen, sollte selbstverständlich sein.
Es sei darauf hingewiesen, das Smart Alpine 8.9 – 10.5 mm gibt es zusätzlich auch als kleinere Version für Seile mit 7,5 – 9,5 mm Durchmesser!
Für Fortgeschrittene, universelles Handling, Preis ca. 45,00 €

Black Diamond – ATC XP Sicherungsgerät

Ein Sicherungsgerät auf Tube-Basis ist der Klassiker von Black Diamond, das ATC XP. Das ATC entspricht im Prinzip seinem allseits bewährten Vorgängermodell, nur wurde es durch Materialeinsparung etwa 30 % leichter.
Die zwei Modi, in der sich das ATC nutzen lässt, sind HF (High Friction) und RF (Regular Friction): Im HF Modus wird durch Rillen und Einkerbungen die Bremskraft gegenüber dem RF Modus um das Dreifache erhöht. Das ATC XP arbeitet mit Einfach- und Halbseilen von 7,7 mm bis 11 mm Durchmesser. Aufgabenbereiche sind: Toprope- und Vorstiegssicherung und Abseilen am Einfach- und am Doppelstrang. ATC XP ist eine gute Wahl für Sportkletterer.
Ein Gerät für alle Fälle, gut und einfach in der Handhabung, preisgünstig, ca. 20,00 €

Climbing Technology – Click up – Sicherungsgerät

Raffiniertes Konzept mit einfachem Handling. Das Gerät ist aus leichtem Aluminium und funktioniert nach einem völlig neuen Prinzip. Dabei lässt es sich auch noch super einfach bedienen, Fehler sind von vornherein ausgeschlossen. Ist das Seil in das Gerät eingelegt, ein kurzer Anzug, ertönt dann ein lauter “Klick”, das Seil ist blockiert und alles sitzt korrekt. Mit einem Karabiner wird das Cick Up am Gurt befestigt. Der weitere Ablauf ist wirklich einfach. Positiv ist auch die sehr leichte und kontrollierte Seilausgabe durch das Click Up. So ist das Gerät nahezu ideal zum Vorstiegs- und Topropesichern und natürlich zum Ablassen.
Das Gerät reizt zum Ausprobieren, da die Handhabung wirklich einfach ist, und das Gerät den gestellten Anforderungen gerecht wird. Der Preis ca. 50,00 €.

Sicherheit wird in jeder Situation des Lebens groß geschrieben! Besonders beim Klettern schützt Sichern in allen kritischen Situationen, schützt im Fall vor dem Aus.

Ausrüstung & Pflege: Das Kletterseil

Kletterseil

Begeisterte Klettereinsteiger werden recht schnell merken, dass sie wohl um ein eigenes Kletterseil über kurz oder lang nicht herum kommen. Wer sich dann jedoch durch den ersten Fragenkatalog gekämpft (Wie Kletterseillänge ist die richtige? Welche Eigenschaften sind mir wichtig? Und was ist überhaupt ein Fangstoß?) und sich für ein Seil entschieden hat, der steht vor einem neuen Berg an Fragen:[quote_colored name=”” icon_quote=”no”] Worauf sollte man bei einem neuen Kletterseil achten? Wie pflegt man ein Kletterseil richtig? Und was ist dieses verflixte krangeln und was kann man dagegen tun?[/quote_colored]

Wir geben euch die besten Tipps & Infos rund um euer Kletterseil.

Kletterseil: Vor dem ersten Gebrauch

Krangeln nennt man die Verdrehungen und Verwindungen eines Seils. Herkömmliche Kletterseile werden krangelfrei auf Trommeln aufgerollt oder zu einer Seilpuppe gerollt und so auch ausgeliefert. Bevor man sein nagelneues Seil nun zum ersten Mal benutzen kann, sollte man es unbedingt artgerecht abrollen, um die lästige Krangelbildung zu verhindern. Wie das am Besten funktioniert, könnt ihr euch bei Bergzeit TV ganz gut anschauen:

Tipps gegen Krangeln

Ein krangelndes Seil kann einem Sicherungspartner das Leben schwer machen – und ist zudem ungesund für das Seil selbst. Weist ein Seil starke Krangelbildung auf, so hilft es oftmals, es auszuhängen oder, im Falle mangelnder Möglichkeiten, es auf einer freien Fläche mal ganz „auszulegen“.

Auch Sicherungsgeräte können übrigens Krangel hervorrufen, und unterschiedliche Sicherungsgeräte in einer Seilschaft können Krangelbildung ebenfalls fördern.

Wie transportiert man ein Kletterseil?

Am einfachsten transportiert man sein Kletterseil in einem Seilsack. Damit lässt es sich bequem tragen und ist zudem vor Schmutz & UV-Strahlung geschützt. Das Ende des Seiles sollte man immer in die Schlaufe des Seilsacks einbinden, und auch beim Sichern dort belassen, nur so kann es beim Ablassen nicht versehentlich durch die Sicherung rutschen – leider immer noch eine viel zu häufige Unfallursache beim Sportklettern. Das zweite Ende sollte bei Nichtgebrauch ebenfalls in eine Schlaufe geknotet werden, erspart lästiges Suchen.

Kletterseil: Tipps zur Lagerung

Der Seilsack bietet sich auch wunderbar zur Aufbewahrung des Kletterseiles an. Dabei sollte man darauf achten, dass das Seil an einem dunklen, kühlen und trockenen Platz aufbewahrt wird, und zwar bestenfalls liegend. Zudem sollte man aufpassen, dass das Seil keinesfalls in die Nähe von Chemikalien und Säuren gelangt – diese können das Seil gefährlich beschädigen, und im Zweifelsfall sind diese Schädigungen im ersten Moment von außen gar nicht sichtbar. Direkte Sonneneinstrahlung (UV-Licht), Hitze, Temperaturschwankungen oder mechanische Belastung sind ebenfalls Gift für ein Kletterseil. Zum Aufhängen eines Seiles sollte man immer eine Bandschlinge oder ein Stück Reepschnur benutzen – niemals an einer Seilschlaufe aufhängen.

Wie pflegt man ein Kletterseil?

Pflegen sollte man sein Kletterseil auch hin und wieder mal: Schmutz und Dreckpartikel können das Kletterseil empfindlich schädigen, zudem erschweren sie das Handling mit dem Seil. Kletterseile können in lauwarmem Wasser in der Badewanne oder sogar in der Waschmaschine gewaschen werden – hier aber bitte möglichst schonend und ohne schleudern. In Klettershops gibt es auch Bürsten und Spezialseifen zur Seilreinigung, es eignet sich jedoch auch ein mildes Synthetik-Waschmittel. Zum Trocknen das Seil an einem kühlen und dunklen Ort auslegen, nicht aufhängen.

Regelmäßige Kontrolle des Kletterseils

Den Zustand seines Kletterseiles sollte man regelmäßig kontrollieren. Dazu das Seil Meter für Meter durchziehen und mit den Fingern abtasten: Gibt es Verdickungen, Verhärtungen oder andere Auffälligkeiten? Weist der Mantel Beschädigungen auf, ist er irgendwo unregelmäßig, dünner oder gar offen? Nicht alle Beschädigungen sind auch mit dem Auge sichtbar! Nach außergewöhnlichen Vorfällen (Steinschlag, Sturz, etc) das Seil ganz besonders sorgfältig kontrollieren.

Wann sollte ein Kletterseil ersetzt werden?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort: Die Lebensdauer eines Kletterseils hängt immer stark von der Art, Häufigkeit und der Intensität des Gebrauches ab, zudem auch von der Lagerung. Wichtig zu wissen: Kletterseile altern auch, wenn man sie (gar) nicht benutzt!

Als grobe Orientierung gelten folgende Angaben:

Seile, die

  • nie benutzt werden: Austausch spätestens nach 10 Jahren
  • 1-2x / Jahr benutzt werden: Austausch nach 7 Jahren
  • 1x / Monat genutzt werden: Austausch nach 5 Jahren
  • 1x / Woche: Austausch nach 1-3 Jahren
  • täglich: Austausch nach max. 1 Jahr

Wenn das Seil bei der Kontrolle sichtbare Beschädigungen aufweist, wie z.B.

  • der Mantel ist stark beschädigt oder verschoben
  • man sieht den Kern oder dieser ist sogar schon in Mitleidenschaft gezogen
  • das Seil ist extrem verschmutzt
  • das Seil weist durch Hitze oder Reibung Schmelzverbrennungen auf

dann sollte man das Seil auf jeden Fall austauschen. Grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall unbedingt im Fachhandel Rat einholen oder das Seil gleich ersetzen – schließlich hängt man sein Leben daran.

Winterzeit ist ISPO Zeit – Kletterbrands gewinnen Preise

Was im Sommer die Outdoor in Friedrichshafen ist ist im Winter die ISPO in München – die Messe für Outdoor und Sportequipment. Einmal mehr wurden in diesem Jahr die Produkte für die kommende Wintersaison dem Fachpublikum vorgestellt. Viele der bekannten Outdoor- und Bergssportlabels fanden sich zur ISPO in den Münchener Messehallen ein. Dabei stellten die Hallen mit Outdoorfokus wieder den Besuchmagnet dar – kaum eine anderer Sportbereich konnte die Besucher so anziehen und begeistern.

Bei den ISPO Awards konnten einige Kletterlabels überzeugen und Preise absahnen. U.a. Enziano – mit ihren digitalen Kletterführer als auch Vertical Life mit ihrem Zlaboard konnten die Jury überzeugen. Ferner wurde die neue Eisschraube Kailas Swift Ice Screw mit einem Preis bedacht – die neue Eisschraube lässt sich dank Zwillingsgewinde ca. 1,85x so schnell eindreh als vergleichbare Eisschrauben. Edelrid konnte den neuen Reepschnüren Edelrid Rap Line II einen Preis gewinnen – sie ist die erste Reepschnur mit Sicherheitsreserve.

Die 3 wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zum Eisklettern

[quote_colored name=”” icon_quote=”no”]Kaum eine andere Klettersportart hat in den vergangenen Jahr einen so großen Zulauf bekommen wie das Eisklettern. Immer mehr etabliert sich das Klettern an gefrorenen Wasserfällen und künstlichen Eisflächen als die Kletterspielart für den Winter. [/quote_colored]

Wir zeigen euch, auf welche drei Ausrüstungsgegenstände ihr beim Eisklettern nicht verzichten solltet und was ihr beim Kauf beachten solltet.

Eisgeräte

Ohne sie geht nichts an den den glatten Eisflächen. Für das Eisklettern benötigt man zwei Eisgeräte. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet man in Eisgeräte für Eistouren und in Eisgeräte für richtige Steileiskletterei. Dabei unterscheiden sich die Eisgeräte primär in der Krümmung des Schachten und
Wichtigstes Kriterium bei der Wahl des Eisgerätes ist das verwendete Material und damit auch das Gewicht und wie das Gewicht des Eisgerätes austariert ist. Das hier die individuellen Präferenzen durchaus sehr unterschiedlich sein können, empfiehlt es sich in jedem Fall die Eisgeräte vor dem Kauf zu testen – soweit das möglich ist. Immer wieder gibt im Alpenraum Testevents bei denen die etablierten Hersteller ihre neuesten Geräte präsentieren und man das Equipment ausgiebig  testen kann.
Eisgeräte  gibt es mit zwei verschiedenen Enden – dem Hammer und der Schaufel die am Endes des Pickelkopfes angebracht sind. Vor einigen Jahren galt die klare Empfehlung  in einem Satz Eisgeräte jeweils 1 Variante zu haben. Aktuell geht der Trend stark in die Richtung zwei Eisgeräte mit Hammer-Enden zu nutzen. Der Hammer bei Eisgeräten wird dazu verwendet Haken einzuschlagen, die Schaufel findet primär die Anwendung bei Firnrouten wo man die bspw. für den „Toten Mann“ benötigt.  Hochwertige Eisgeräte gibt es von den etablierten Outdoormarken wei Petzl, Black Diamond oder Austri Alpin.

Eisschrauben

Eisschrauben verwendet man im Eis vor allem zur Zwischensicherung und sind ein relevanter Faktor bei der Sicherungskette im Eis. Jeder der im Eisklettern will sollte einen Satz Eisschrauben zu seinem Equipment zählen.
Grundsätzlich gilt die einfache Regel – je länger die Schraube desto höher ist der Halt im Eis. Eingedreht ins Eis werden die Schrauben meist über einen kleine Kurbel die an jeder Schraub angebracht ist. Preislich liegen die Eisschrauben pro Stück zwischen 50-80 Euro.
Für Eiskletterer empfiehlt es sich einen Satz mit zwischen 3-5 Eisschrauben zu besitzen.

Steigeisen zum Eisklettern:

Für das Klettern im steilen Eis benötigt man auch die passenden Steigeisen. Generell kommen hier Zwölfzacker zum Einsatz. Im großen und ganzen unterscheidet man zwischen Mono- und Doppelfrontzacken – je nach Einsatzgebiet wählt man die passende Variante. Tlw. gibt es auch die Frontzacken auch als austauschbare Variante. Preislich muss man für ein gutes paar Steigeisen ab 180 Euro rechnen.

Natürlich benötigt man neben den hier beschriebenen Equipment noch weitere Ausrüstungsgegenstände für die Eiskletterei, in unserer Empfehlung gehen wir davon aus, dass das grundlegende Equipment für das Klettern wie Seile, und Klettergurt vorhanden sind und man „nur“ noch das spezifische Equipment für den Winter benötigt.
Wenn man neu in diese spannende Sportart einsteigen will muss man in Summe mit einem Invest von rund 500-800 Euro rechnen – nicht ganz billig, dennoch sollte man hier nicht an der falschen Stelle- der Sicherheit – sparen. Für Einsteiger empfiehlt sich das Equipment zunächst zu leihen – sowohl der DAV als auch Anbieter vor Ort bieten so einen Service immer wieder an.